hund stubenrein bekommenGute Kenntnis über die Entwicklungsphasen eines Hundes kann schon sehr dabei helfen, die kleinen Welpen schnell stubenrein zu bekommen. Es erfordert dennoch Aufmerksamkeit durch den Hundebesitzer, um natürliche Prozesse für dieses Welpentraining zu nutzen. Am einfachsten gelingt der Erfolg mit dem nötigen Verständnis für große und kleine Pannen während der Lernphase.

Stubenrein in wenigen Schritten

Die ersten Lektionen in Sachen Reinlichkeit erlernen Hunde ab Geburt von ihrer Hundemutter. Zunächst leckt diese Kot und Urin von den Bäuchlein und Popos ab. Sobald die kleinen Pfoten wackelig, aber brauchbar werden, schubst sie ihren Nachwuchs zum Lösen (Fachbegriff für Urinieren und Kot absetzen) aus der Wurfbox. Ab jetzt übernimmt der menschliche Betreuer die Reinigung dieses Bereiches.

In einer gesunden Welpenumgebung geht es schon bald für alle „Geschäfte“ in den Freibereich hinaus – soweit vorhanden. Das Prinzip „Ich beschmutze niemals mein Zuhause“ ist die positive Grundlage dafür, dass der Welpe nach der Vermittlung auch die neue Umgebung zügig als reinzuhalten kennenlernt. Dennoch ist viel Training und Lob nötig, bis der Hund körperlich und mental in der Lage ist, ein Bedürfnis anzuzeigen und lange genug zurückzuhalten, bis der richtige Platz zum Lösen erreicht ist.

Umstellung als größtes Verständnisproblem für Stubenreinheit

Hund macht nicht ins Bett, nicht in den Laufstall, sondern stets so weit wie möglich vom Heimbereich entfernt. Diese erste Erfahrung stellt den Welpen nach der Vermittlung vor ein Problem. Was ist wo? Wo hört mein Heim auf, wo fängt der erlaubte Lösebereich an? Hinzu kommen altersgemäße Zeitprobleme, wenn dem Hundebesitzer die Erfahrung mit körperlichen Gegebenheiten seines vierbeinigen Neuzuwachses fehlen.

Zunächst sollte also die neue Umgebung welpenfest ausgestattet sein, um Kot und Urin leicht entfernen zu können. Gleichzeitig muss das Welpentraining sofort beim Einzug beginnen, am besten noch vor Betreten der neuen Umgebung, um Welpen rasch stubenrein zu bekommen.

Verdauungszyklen für erfolgversprechendes Training nutzen

Die Verdauungszyklen von Hundewelpen entsprechen deren Entwicklungsstand. Als ungefähren Anhaltspunkt können Hundebesitzer auf diese natürliche Folge vertrauen:

  • Welpen bis etwa zwölf Wochen lösen sich je nach Fütterbedingungen und Umgebungsbedingungen etwa alle zwei Stunden, bei Aufregung auch zwischendurch (Angst- oder Freudepinkeln).
  • Bis zum Alter von etwa vier Monaten ist ein Lösen mindestens alle drei Stunden zu erwarten. Ausnahmen sind Futterumstellungen oder Stress, allerdings nun schon seltener.
  • Im Alter von spätestens sechs Monaten reichen Gassigänge im Vier-Stunden-Takt fast immer aus. Das entsprechende Welpentraining sollte intensiv fortgeführt werden, auch, falls mit sieben Monaten noch häufige Pannen zwischen den eigentlichen Gassizeiten passieren.

Unterschied im Training zwischen ländlicher und städtischer Umgebung

In einer ländlichen Umgebung begreifen Welpen rasch, wie angenehm es ist, sein „Geschäft“ im Freien zu verrichten, etwa auf der nächsten Wiese oder am Waldrand. Wenig Störungen durch Menschen und Fahrzeuge, wenig Lärm und ein gelassener, intensiv lobender Hundebesitzer fördern das Verständnis für Richtig und Falsch, daheim und draußen und somit die Lust, möglichst immer stubenrein zu sein.

In einem städtischen Umfeld sind die Ablenkungen aufregend bis erschreckend in der ersten Umstellungszeit. Schlüssel klappern, der Welpe wird eilig Treppen hinuntergetragen. Draußen sitzt er bestenfalls auf einem Stückchen Rasen, schlimmstenfalls auf dem Bürgersteig. Er will riechen, lernen, erleben, soll sich aber lösen, um gelobt zu werden.

Stadtgeräusche können für Welpenohren so überwältigend sein, dass sich das Welpentraining über einige Wochen bis zu regelmäßigen Erfolgen erstreckt. Aber auch hier unterstützen Hundebesitzer den Prozess wie folgt:

  • Sofortige Reaktion auf das Erwachen der Welpen (anfangs sofortiger Lösereflex)
  • Spätestens 15 bis 20 Minuten nach dem Spielen Gassigehen
  • Eine Stunde nach weiteren Aktivitäten (auch Trinken und Beschäftigen) nochmals Gassigehen

In jeder Erfolgsphase gilt: Je größer das Häufchen, desto dicker das Lob! Dies fördert die Konzentration auch sensibler Welpen selbst in stressiger Gassiumgebung auf die eine wichtige Aufgabe. Der Erfolg macht Hundebesitzer nach und nach gelassener. Die Welpen spüren das als Freude und freuen sich mit.

Angstlösen als Problem bei der Stubenreinheit bekämpfen

Es kann passieren, dass bereits stubenreine Hunde plötzlich bei Aufregung oder aus Angst wieder in die Wohnung machen. Es bringt eher Rückschritte, jetzt zu schimpfen oder zu bestrafen. Vielmehr kann besänftigend auf solche Situationen eingegangen werden, eventuell durch eine Desensibilisierung mit Hilfe eines Hundetrainers.

Auch nach späteren Rückschritten hilft die goldene Regel aus gleichmäßigem Gassi-Turnus und ausgiebigem Lob beim richtigen Verhalten, die Hunde wieder stubenrein zu bekommen. Eine solch kritische Phase kann beispielsweise der Beginn der Geschlechtsreife um die sechs Monate sein oder das „Rüpelalter“ bei Rüden um die neun bis zwölf Monate. Je souveräner und konsequenter jetzt die Hundebesitzer reagieren, desto sicherer gelingt der endgültige Erfolg in kurzer Trainingszeit.

Erwachsene Hunde stubenrein bekommen

Bittere Wahrheit ist, dass es viele erwachsene Hunde aus schlechter Haltung gibt, die das Prinzip der Stubenreinheit nie kennengelernt haben. Entweder wurde ihnen aus Bequemlichkeit eines der folgenden No Gos angeboten, oder sie lebten bislang in Zwingern oder Freigehegen, schlimmstenfalls unter hundeunwürdigen Haltungsbedingungen.

Aber auch diese Hunde gewinnen an Sicherheit, wenn der Hundebesitzer auf kleine Zeichen der Körpersprache achtet, beim Erfolg auf dem Gassigang lobt und auf Pannen nicht mit Strafe oder Schimpfen reagiert. Zugegeben, dieser Prozess kann nun aufgrund der Vorgeschichte etwas länger dauern. Hat ein solcher Hund aber den Unterschied begriffen, zeigt er seine Freude an der neu erlernten Fähigkeit umso dankbarer.

No Gos der Erziehung zur Stubenreinheit

  • Zeitungspapier oder Windelbelag als dauerhaftes Löseangebot – die Hunde werden auch im Erwachsenenalter bei neuer Umgebung oder versehentlich liegender Zeitung das Angebot missverstehen und annehmen.
  • Hundeklo – Streu, Heu und somit auch Unrat werden eher zerscharrt und gefressen, als für den richtigen Zweck erkannt.
  • Geruchsverändernde Sprays an unreinen Stellen – der Hund versteht nicht den Zweck, und die empfindliche Hundenase kann lebenslang Schaden nehmen.

Fazit

Hunde stubenrein zu bekommen ist aufwändig, aber mit Aufmerksamkeit und Geduld langfristig eine erste gemeinsame Freude zwischen Hund und Mensch. Selbst ängstliche oder erwachsene Hunde begreifen bald, wo der Heimbereich endet und die Wahrscheinlichkeit auf Lob wegen Erfolg am größten ist. Eine vernünftige Hundeerziehung ist hier das A und O.