Die Einteilung von Hunden in bestimmte Rassen ist durch Zucht und Definition entstanden. Hundeverbände legen dabei unterschiedliche Maßstäbe für die Systematisierung der Rassen an. Wenige Hunde sind nicht durch lange, gezielte Zucht entstanden, sondern durch lose Domestizierung als heute anerkannte Naturrasse erhalten geblieben.

hunderassen

Zuchtziele bei der Entwicklung von Hunderassen

Der Grund für die Zucht bestimmter Hunderassen war es, bestimmte Merkmale besonders herauszuarbeiten. Charakterliche Vorzüge, Schönheitsideale oder spezielle körperliche Eigenschaften waren von jeher die Zuchtziele. So lassen sich diese Zuchtziele zusammenfassen:

  • Charakter: Nach der Bellfreudigkeit, der Lust auf Hüten und Beobachten, der Freude am Wasser oder einer besonderen Lauffreudigkeit unterscheiden sich Hüte- und Treibhunde von Lauf- und Schweißhunden, Apportierhunde von Wasserhunden und diese wieder von reinen Begleit- und Gesellschaftshunden. Der Charakter ist für die Entscheidung für eine bestimmte Hunderasse entscheidend, da trotz Training solche Grundeigenschaften ein Hundeleben lang erhalten bleiben.
  • Aussehen: Zuchtziele waren entweder eine bestimmte Körpergröße und -haltung oder eine besondere Fellfärbung (und -beschaffenheit, z. B. Locken oder sehr kurzes oder sehr langes Fell). Auf die Ohren, die Gesichtsform, die Augenfarbe und die Schulterhöhe legen die Zuchtverbände ebenfalls besonderen Wert für die Anerkennung von Hunderassen.
  • Körperliche Eigenschaften: Die körperlichen Eigenschaften einer Hunderasse stehen in der Zucht in engem Zusammenhang mit dem Charakter. Dementsprechend sind Sport- von Arbeitshunden, Terrier- von Gebrauchshunden oder Begleit- von Herdenschutzhunden zu unterscheiden.

Unterscheidung der Hunderassen nach ihrer Entstehung

Hinsichtlich ihrer Entstehung gibt es wenige Hunderassen, die ohne besonderen menschlichen Einfluss nach Standard reinrassig geblieben sind. Deutlich häufiger haben sich aber Zuchtrassen über mehrere tausend Jahre durch menschlichen Einfluss entwickelt:

Naturrassen

Zuchtziele werden am besten durch Isolation erreicht. In manchen Regionen ist eine solche Isolation umgebungsbedingt. Dies kann zur Herausbildung von Hunderassen mit identischem Charakter, Aussehen und körperlichen Eigenschaften führen.

Obwohl der Mensch hierbei keinen absichtlichen Einfluss ausübt, passiert genau das über Generationen hinweg, was ansonsten durch ständige Weiterzucht erreicht werden muss. Ein Beispiel für die zufällige Entstehung von Naturrassen sind die indischen Pariahunde oder süd- und mittelamerikanischen Schensihunde. Unter letzteren ist der Basenji am bekanntesten.

Zuchtrassen

Um bestimmte Merkmale herauszuarbeiten, werden Hunderassen in der Zucht gezielt von anderen Hunderassen isoliert. Dennoch herrschen Verwandtschaftsverhältnisse über Zuchtlinien hinweg. Deshalb werden mehrere Hunderassen einer Verwandtschaft nach DNA in drei Gruppen eingeteilt.

Weltweit gibt es im homogenen Genpool nach aktuellem Zuchtstand zehn Haplotypen, davon vier Gruppen in Europa, die Mehrzahl in Asien. Wegen dieser stark unterschiedlichen Verteilung der Haplotypen von Zuchtrassen gehen manche Forscher davon aus, dass wahrscheinlich in China nahe des Jangtsekiang die Wiege der Domestikation und somit der Ursprung der Hundezucht liegt.

Fazit

Hunderassen ähneln sich körperlich, charakterlich und optisch. Sie entstehen entweder durch gezielte Zucht (Zuchtrasse) oder durch natürliche, zufällige Isolation (Naturrassen). Bis zum europäischen Mittelalter sind von hier nur zwölf Hunderassen bekannt, während die vielseitige Hundezucht nach modernen Rassestandards erst später populär wurde.

Hunderassen von A bis Z

Liste aller Rassen: